Tuesday 27. September 2016
23.04.2013

respACT-Mitgliedertreffen bei Haberkorn GmbH

Wie funktioniert erfolgreiches Stakeholder Management?

Beim Vorarlberger respACT-Mitglieder- und Interessententreffen am 22. April kamen CSR-Interessierte aus dem ganzen Land zusammen, um sich zum Thema „Stakeholder Engagement“ auszutauschen. Gastgeber war diesmal Haberkorn GmbH in Wolfurt.

 

 

Zur Begrüßung betonte Gerald Fitz, Vorstandsmitglied beim größten technischen Händler Österreichs, die hohe Bedeutung von nachhaltigem Wirtschaften bei Haberkorn. Der Austausch mit anderen CSR-Vorreiterbetrieben trage wesentlich dazu bei, sich in diesem Bereich weiterzuentwickeln.

 

 

Im Österreichischen CSR-Leitbild werden Stakeholder als „(strategische) Anspruchsgruppen“ definiert, also „jene Personen, die durch das Handeln der Unternehmung betroffen sind bzw. dieses beeinflussen können“. Ein weiter Begriff also, der sowohl MitarbeiterInnen als auch Lieferanten oder NGOs einschließt.

 

Steigende Erwartungen der Gesellschaft führten dazu, dass Unternehmen sich immer mehr Gedanken darüber machen müssten, wer welches Interesse am Unternehmen hat, stellte Martin Weishäupl, Geschäftsführer der CSR-Beratung brainbows, in seiner Präsentation fest. Noch dazu seien Medienkanäle unkontrollierbar geworden, was Angriffe auf Unternehmen erleichtert. Ein beschädigtes Image wieder ins Positive zu wenden, kann langwierig sein. Dabei sollte man nicht nur an externe Anspruchsgruppen denken: Die Einstellung der eigenen MitarbeiterInnen zum Unternehmen ist ein essentieller Faktor, wenn es um die Glaubwürdigkeit geht.

 

Dafür, wie man mit den Stakeholdern umgeht, gibt es laut Weishäupl kein Patentrezept – in jedem Betrieb herrschen andere Voraussetzungen. Dass dies jedoch ungeachtet der Unternehmensgröße Sinn macht, zeigen die Vorteile eines solchen Dialogs: Im Fall einer Krise des Unternehmens hilft eine vorher geschaffte Vertrauensbasis mit allen Beteiligten immens. Eine weitere Chance stellt das Innovationspotential dar: Neue Perspektiven bringen neue Ideen. Aktiv das Gespräch zu suchen, ist auch ein positives Zeichen für Offenheit und Transparenz. Das Gegenargument, dass dadurch „schlafende Hunde“ geweckt werden könnten, wurde auch vom Publikum als zu kurzsichtig entschärft.

 

Dabei gibt es verschiedenste Kanäle, mit Anspruchsgruppen  in Dialog zu treten: Von Social Media über Befragungen bis hin zu speziellen Dialogforen gibt es eine Vielfalt von Möglichkeiten. Bei allen Erfolgsbeispielen ist zu sehen, dass folgende Prinzipien bedacht worden sind: Eine umfassende Informationspolitik, eine strategische, auf höchster Unternehmensebene angesiedelte Verankerung, eine Kommunikation auf Augenhöhe sowie die Verwertung des eingeholten Feedbacks.

 

Im Anschluss berichtete Anna Maierhofer, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbeauftragte bei illwerke vkw, über die Kommunikation mit Anspruchsgruppen beim Energieversorger. Beschwerden und andere Kritik werden regelmäßig dem Vorstand vorgelegt und in die verschiedenen Abteilungen zur fachspezifischen Beantwortung weitergeleitet. Anrainer werden bei neuen Projekten von Beginn an mit einbezogen. Dies gilt auch für NGOs. Frau Maierhofer betonte, wie wichtig eine „Kultur des Dialogs“ im Unternehmen für ein erfolgreiches Stakeholder Management sei.

 

In der anschließenden Diskussion wurden Erfahrungen ausgetauscht, welche Instrumente im Stakeholder-Dialog gut funktionieren. Darunter fallen Wettbewerbs-Aktionen, Ideen-Votings und Intranet-Plattformen für MitarbeiterInnen genauso wie Lieferantentage und langfristige Partnerschaften mit Zulieferern. In bestimmten Bereichen, wie der Baubranche, sei ein aktiver Dialog bzw. Mediationsverfahren mit allen Parteien ganz besonders wichtig – nach dem Motto „offensiv statt defensiv“.

 

Den Abschluss des Unternehmertreffens bildete das „UN Global Compact Dilemma Game“. In Kleingruppen wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, die in einem Unternehmen auftreten können. Jeder Spieler vertrat dabei eine andere Anspruchsgruppe. Fazit: Es ist nicht leicht, als Unternehmer allen Anspruchsgruppen gerecht zu werden. Doch die TeilnehmerInnen waren sich einig: Der Dialog lohnt sich allemal.

 
 
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